25 Jahre Weinkompetenz in Neustadt
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Kurztrip nach Portugal

Tag 1

Anreise nach Montemor-o-Novo

Das erste mal Portugal. Wir sind gespannt und freuen uns auf ein paar Tage Sonne. Um 10:00 Uhr morgens steigen wir in Langenhagen in den Flieger. Das Fluggerät von Cityjet startet mit Verspätung Richtung Paris. Von dort fliegen wir mit einem Airbus von Joon weiter nach Lissabon. Ebenfalls mit Verspätung. Portugal ist berühmt für seine Sardinen, so fühlen wir uns auch in den engen Maschinen, die bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Beinfreiheit immer Fehlanzeige.

Lissabon begrüßt uns dafür am Nachmittag mit herrlichem Wetter. Beim Landeanflug bekommen wir einen ersten Eindruck vom gigantischen Ausmaß dieser Metropole am Tejo. Mit einem Leihwagen geht es weiter in´s Alentejo nach Montemor-o-Novo, wo 20 WinzerInnen aus Portugal, Spanien, Frankreich und Luxemburg abends und am nächsten Tag etwa 200 Weine zum verkosten bereitstellen.

Auf der Quinta da Plansel werden wir an diesem Abend von Dorina Lindemann und ihrem Team bewirtet.Mit einem schönen Glas Rotwein lassen wir den Abend bei Fado-Musik ausklingen.

Tag 2

Winetasting im Kloster

Der Tag beginnt mit herrlichem Sonnenschein. Im Kloster von Montemor-o-Novo werden wir von einem Männerchor empfangen. Im Alentejo, Portugals größter, landwirtschaftlich geprägter Region, existiert seit Jahrhunderten ein Chorgesang: der „Cante Alentejano. Diese Männerchöre des Alentejo sind seit November 2014 UNESCO- Kulturerbe. Die eindrucksvollen alentejanischen Gesänge stimmen uns auf die folgende Weinverköstigung ein. Bei über 250 präsentierten Weinen fällt die Wahl schwer. Zu den Favoriten zählt auf jeden Fall ein typischer Rosé aus der Provence von Estandon, sowie Chablis von jung bis gereift.

Tag 3

Wir tauchen ein in die riesige Stadt

Wir genießen ausgiebig das Frühstück in der herrlichen Morgensonne auf der Terasse unseres Hotels in Montemor-o-Novo und verabschieden uns anschließend von unseren Gastgebern in Richtung Lissabon. Nach einer Stunde entspannter Autofahrt auf der wenig befahrenen Autobahn, erreichen wir die Stadtgrenze. Dank unserer Navigation per Handy finden wir unser Stadthotel quasi auf Anhieb. Wir werden freundlich begrüßt. Der Check-In per Ipad ist innovativ und fix erledigt. Das Zimmer im 3. Stock ist wunderschön, ebenso die Aussicht von dem kleinen Balkon.

Einen Moment genießen wir das komfortable Box-Springbett und tanken Kraft für den ersten Gang in das Zentrum der Großstadt. Am frühen Abend steigen wir über enge Gassen und schier unendlich lange Treppen hinunter. Ich denke einen kurzen Moment daran, dass wir den selben Weg nach dem Abendessen wieder in entgegen gesetzte Richtung antreten müssen.

Wir machen einen ausführlichen Bummel durch die Stadt und gelangen schließlich über die Rua Augusta zum Tejo. Dort genießen wir ausgiebig die angenehme Abendsonne. Obwohl es erst Ende Februar ist, pulsiert das Leben in der Stadt. Überall mischen sich Touristen und Einheimische in den Straßen und verwinkelten Gassen. Die Menschen sind bester Laune und sehr entspannt. Wir auch.

Tag 4

Mit dem Roller am Tajo entlang bis zum Torre de Belém

Der Wetterbericht verspricht bestes Frühlingswetter. Ideal für eine Tour mit den allgegenwärtigen E-Scootern von Lime. Nach einem Mittagstisch im Ultimo Porto am Containerhafen (Geheimtipp!) laden wir uns die App von Lime herunter und starten kurze Zeit später mit den Rollern in Richtung Beleém. Das funktioniert extrem gut und macht so richtig Spaß.

Unter der Ponte 25 de Abril hindurch erreichen wir zunächst das Padrão dos Descobrimentos. Das Denkmal der Entdeckungen erinnert an die glorreiche Zeit der Seefahrer und der portugiesischen Entdeckungen. Hier verweilen wir einen Moment und lauschen bei einem erfrischenden Wässerchen den Gitarrenklängen eines Straßenmusikanten bevor wir in Richtung Torre de Belém starten. Der Turm aus dem 16ten Jahrhundert zählt zum Weltkulturerbe uns ist vor allem bei Sonnenuntergang besonders schön.

Tag 5

Pastéis de Belem und dann zum Meer

Lissabon ohne die berühmten Pastéis de Nata geht garnicht. Überall gibt es diese kleinen leckeren Kalorienbomben. Die besten soll es allerdings in Belém in der Confeitaria de Belém geben.1837 zauberte der Bäcker diese Törtchen nach einem geheimen Rezept mit Eiern, Teig und Sahne. Bis heute ist das Rezept von den Pastéis de Belém geheim geblieben und nur die zwei Eigentümer und zwei Küchenchefs kennen das Rezept. Wir parken gegenüber und haben großes Glück an diesem Morgen. Keine Warteschlangen. In der Saison soll man hier schon gerne mal bis zu einer Stunde anstehen. Der Abstecher hat sich gelohnt. Die kleinen Dinger sind wahnsinnig gut. Zusammen mit dem Kaffee genießen wir die süße Verführung. Achtung absolutes Suchtpotenzial.

Über Sintra starten wir nach Praia do Magoito zum Altlantik. Der Ort liegt noch im "Winterschlaf". Ein paar Arbeiter renovieren Buden am Strand. Nur wenige Menschen und ein paar Hunde verlieren sich auf dem breiten Strand, der im Sommer überwiegend von Surfern bevölkert wird. Hier gönnen wir uns eine ganze Weile Zeit, beobachten die Wellen und lassen uns die milde Meerersbriese um die Nase wehen. Me-Time pur.

Völlig relaxed und extrem entspannt wollen wir nach der Rückkehr noch nicht wieder auf´s Zimmer. Auf der anderen Seite des Tajo gibt es ein riesiges Outlet-Center, das bis 23:00 Uhr geöffnet hat. Fast menschenleer können wir durch die zahlreichen Geschäfte schlendern. Nach dem entspannten Einkaufsbummel beenden wir den Tag später im Hotel bei einem schönen Gläschen Wein.

Tag 6

Zu Fuß und mit der Tram 28 durch die Stadt

Ein Fahrt mit der legendären Tram 28 führt uns in den Nordwesten. An der Basílica da Estrela steigen wir aus und bewundern den markanten Kuppelbau, der sich auf einem der zahlreichen Hügeln der Stadt erhebt. Errichtet in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zur Geburt des Thronfolgers und auf Anlass von Maria I. Gegenüber im Jardim da Estrela, einem alten Park, sitzen überwiegend Protugiesen auf den Bänken und genießen die Sonne an diesen herrlichen Vormittag. Wir beschließen spontan uns dazu zu setzen und das süße Nichtstun auszukosten.

Als uns langsam ein Hungergefühl beschleicht machen wir uns auf den Weg. Hinunter durch schmale Gassen zum Bairro Alto. Dort wollen wir im A Cevicheria in der Rua Dom Pedro V 129, die köstlichen peruanischen Fischkreationen von Chef Kiko probieren. Wer gerne rohen Fisch mag, ist hier absolut richtig. Dieses Restaurant im Stil einer mediterranen Bar ist eigentlich ein Muss.

Am Nachmittag machen wir noch einen Schlenker zu Solar Antiques. Das älteste und größte Antikgeschäft von Portugal und als weltweit größter Vertrieb von antiken Azulejos (portugiesischen Fliesen) bekannt. Der Laden hat eine große Auswahl der schönsten, ältesten und außergewöhnlichsten Azulejos auch von zurückliegenden Epochen. Die ältesten Exemplare stammen aus dem 16. Jahrhundert. Einzelne Azulejos kosten da gerne schon mal 250,00 EUR.

Tag 7

Rückreise nach Hannover

Schade, schon vorbei. Zuviel gäbe es noch zu sehen. Außerdem ist das Wetter in Hannover ganz und garnicht frühlingshaft. Wir müssen also irgendwann wieder kommen.

Wir starten, wie schon gewohnt, mit Air France und Verspätung Richtung Paris. Dort angekommen erfahren wir nach unendlich langer Wartezeit ohne jede Information, dass unsere Maschine defekt sei und eine Ersatzmaschine bereitgestellt werden muss. Zwischenzeitlich tobt ein Unwetter über dem Flughafen Charles de Gaule. Weltuntergang. Da Auftanken und Catering sowie Reinigung viel Zeit in Anspruch genommen hat, starten wir mit 2,5 Stunden Verspätung gen Hannover. Da die Maschine kleiner ist, wurden alle Passagiere neu auf die Sitze verteilt. Ich sitze in Reihe 10, Klaus-Peter in der letzten Reihe auf Platz 22 F. Air France spendiert zur Entschädigung ein Fläschchen Medoc. Die Qualität ist erstaunlich gut und mundet auch über den Wolken. Hauptsache wir kommen irgendwann an.

Perfekte Landung in Hannover. Leider hat unser großer Koffer in Paris bei dem Unwetter wohl ungeschützt auf dem Rollfeld gestanden. Der ganze Inhalt hatte also bereits eine Vorwäsche bekommen. Wir tragens mit Fassung. Zu Hause. Der Alltag hat uns ab morgen wieder.